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Projekte

Die ÖWA – Ökologische Wissensakademie engagiert sich in laufenden Projekten und blickt auf erfolgreich abgeschlossene Vorhaben zurück:

Die Projekte der ÖWA entstehen durch die enge Zusammenarbeit von landwirtschaftlich tätigen Menschen, Fachleuten aus der Wissenschaft sowie erfahrenen Personen aus der landwirtschaftlichen Praxis. Dieses interdisziplinäre Miteinander ermöglicht Lösungsansätze, die direkt an den Herausforderungen vor Ort ansetzen und in der Praxis wirksam werden.

Ein besonderer Dank gilt dem gesamten Team der ÖWA sowie den vielen engagierten Freiwilligen, ohne deren tatkräftige Unterstützung und Überzeugungskraft diese Arbeit nicht möglich wäre. Gemeinsam gestalten wir eine Landwirtschaft mit Zukunft.

👉 ⚙️ Hier Öffnen -> Bio-Reaktor – Ziel und Funktionsweise

/BioReaktorZielFunktionsweise

Wir wollen mit unserem Projekt ÖWA-Bioreaktor demonstrieren, dass die Prinzipien eines gezielten mikrobiologischen Bodenaufbaus auch in Deutschland hervorragende Resultate liefern. 

Weiterhin wollen wir Landwirten ermöglichen, diese Prinzipien für sich zu nutzen. 

Äußerlich sieht der ÖWA Bioreaktor aus, wie ein überdimensionierter Gartenkomposter. Er ist in seiner Wirkungsweise und in seinem Aufbau stark angelehnt an den „Johnson-Su Bioreactor“, entwickelt von Dr. David Johnson in den USA.

Im Gegensatz zu Kompostierungsverfahren ist das Ziel des Bioreaktors nicht, große Mengen organischer Substanz in Nährstoffe für Pflanzen zu verwandeln. Primäres Ziel des Bioreaktor ist es, ein Mikrobiom zu züchten, mit dessen Hilfe Pflanzen optimal gedeihen können. Pflanzliche Nährstoffe fallen natürlich auch an, aber sie sind hier nicht mehr als ein angenehmes Nebenprodukt. 

Benötigt werden nur relativ geringe Mengen. Weltweit wurden erstaunliche Ergebnisse mit einmaligen Ausbringungen von 500 kg pro Hektar erzielt. Sogar Mengen von nur einem kg pro Hektar hatten schon signifikante Auswirkungen.

👉 🔬 Hier Öffnen -> Bio-Reaktor – Prototypen und Versuchsaufbau

/BioReaktorPrototypenVersuchsaufbau

  • statisch
    Es wird nicht gewendet.
  • aerob
    Maximaler CO2 Gehalt im Subtrat bei 6-8%.
  • der Feuchtigkeitsgehalt liegt bei ca. 70%.
    Mikroben leben und vermehren sich auf dem Feuchtigkeitsfilm des eingefüllten Substrats.

Befüllt werden kann der Bioreaktor im Prinzip mit allem, was auch in normalen Kompostierungen eingesetzt werden. 

Der ÖWA Bioreaktor ist allerdings deutlich größer und im Vergleich zum in den USA entwickelten „Johnson-Su Bioreactor“ in seiner Handhabung praktischer für Landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland (z.B. einfachere Befüllung).

Die ersten ÖWA Bioreaktoren sind aufgebaut und wir entwickeln die Prototypen weiter. Sobald die Mikrobiologie im Reaktor sich weit genug entwickelt hat werden wir sie in unterschiedlichen Einsatzgebieten testen. 

Falls Sie als Landwirt Interesse an den Einsatzmöglichkeiten eines Bioreaktor haben oder sich sogar selber einen bauen wollen: dann kontaktieren Sie uns über post@oewa.org. Wir unterstützen Sie gerne.

Pflanzen leben mit Mikroben in Symbiose. Über das Wurzelsystem der Pflanzen tauschen beide Partner Nährstoffe aus, die der jeweils Andere nicht oder nur schwer selber produzieren kann.

👉 🌱 Hier Öffnen -> Bio-Reaktor – Zweierlei Nutzen

/BioReaktorZweierleiNutzen

Bei unseren mikrobiologisch verarmten Böden stellt sich die ganz konkrete Frage: wie bauen wir sie möglichst schnell wieder auf bzw. wie ermöglichen wir es einem Landwirt, seinen Boden wieder aufzubauen?

Die erste Möglichkeit ist, durch eine intelligente Bepflanzung dem Bodenleben die Chance zu geben sich selbst zu regenerieren. Diese Methode funktioniert ohne Zweifel. Genau so sind die biologisch intakten Böden ganz natürlich entstanden. Der Nachteil: es dauert Jahrzehnte (mindestens).

Die zweite, realistischere Möglichkeit ist der Weg über einen Bioreaktor. Vereinfacht ausgedrückt ist so ein Reaktor eine Zuchtstation für Mikroben. Hat man in dem Reaktor eine bestimmte Zusammensetzung und Menge an Mikroben erzeugt, bringt man sie in Erde und auf Pflanzen aus.

Wird der Boden auf diese Art mit Mikroben geimpft, beschleunigt sich sein mikrobiologischer Wiederaufbau rapide. Positive Effekte zeigen sich meist schon im ersten Jahr.

📬 Für mehr Informationen zu dem Projekt können Sie uns gerne kontaktieren. 📬


Was auf den ersten Blick nach Acker aussieht, ist oft biologisch verarmte Erde – ein Resultat jahrzehntelanger Übernutzung durch die industrielle Landwirtschaft.

👉 🧱 Hier Öffnen -> Kaputte Böden in der Landwirtschaft

/KaputteBoedenLandwirtschaft

Unsere kaputten Böden in der Landwirtschaft sind eine Katastrophe. Dünger, Pestizide, mechanische Bearbeitung und das Befahren mit schweren landwirtschaftlichen Maschinen haben sie in den letzten 80 Jahren ruiniert. Die Böden sind biologisch so gut wie tot und stark verdichtet. Auf ihnen lassen sich nur noch mit hohem Einsatz der „Bodendroge“ Kunstdünger und Pestiziden Erträge erwirtschaften – was eine weitere Zerstörung bedeutet.

Als Boden bezeichnen wir die oberste Schicht unserer Erdkruste. Im besten Fall ist diese Schicht mehrere Meter dick. Manchmal aber auch nur ein paar Zentimeter. Diese Schicht setzt sich zusammen aus einer tiefer liegenden mineralischen Schicht und einer oben liegenden organischen – dem Humus. Die Qualität des Bodens – insbesondere die des Humus – bestimmt unsere landwirtschaftlichen Erträge, sprich: sie ist die Grundlage für menschliches Leben auf der Erde. 

Der Boden ist keine tote Masse sondern ein Biotop. In einer Handvoll gesunden Bodens leben mehr Mikroorganismen und Kleinlebewesen als es Menschen auf der Erde gibt. Gesunder Boden ist locker und luftig. Er speichert Wasser und CO2. Durch seine feinporigen Hohlräumen können Pflanzen ihre Wurzeln bis in tiefe Bodenschichten treiben und Nährstoffe aufnehmen, die durch die Zersetzung von organischen Substanzen im Boden entstehen.

Pflanzen gehen mit den Mikroorganismen und vor allem mit den im Boden lebenden Pilzen eine Lebensgemeinschaft ein, von der beide Seiten profitieren. Sie tauschen Nährstoffe untereinander aus die die jeweils gegenseitige Partei nicht selber produzieren kann. Außerdem helfen die Pilze den Pflanzen resistenter gegen Umwelteinflüsse zu sein. 

Die Mikroorganismen im Boden zersetzen organisches Material wie Blätter oder abgestorbenen Wurzeln in Nährstoffe. Bei diesem Prozess wird CO2 im Boden gebunden, die Wasseraufnahmefähigkeit des Bodens erhöht sich und neuer Humus entsteht. 

Pflanzen hingegen beschatten den Boden mit ihrem Blättern und schützen ihn vor schädlichen Sonneneinstrahlungen, Austrocknung oder Überhitzung. 

Es ist ein von der Natur perfekt eingerichtetes System.

👉 ☠️ Hier Öffnen -> Folgen der industriellen Landwirtschaft

/FolgenIndustrielleLandwirtschaft

Hier seien nur exemplarisch ein paar relevante Beispiele angerissen, die das Problem verdeutlichen sollen. Die kompletten biologischen Prozesse sind komplexer – laufen aber im Prinzip auf das gleiche heraus: ein zerstörter Boden.

Dünger: kurzfristig und so lange die Böden halbwegs in Takt sind erhöht Dünger den Ernteertrag. Eine massive Nebenwirkungen ist allerdings, dass die Pflanzen die symbiotische Beziehung mit den Pilzen im Boden aufkündigen und den Pilzen keine Nährstoffe mehr zum Tausch anbietet. Statt von den Pilzen bekommt die Pflanze ja Nährstoffe “umsonst” aus dem Dünger. Die Pilze sterben ab und das Bodensystem leidet.

Sterben Pilze ab funktioniert das Bodensystem nicht mehr. Es werden nicht mehr so viele Nährstoffe für die Pflanze durch Zersetzung von organischem Material produziert. Es muss also in der Folgezeit noch mehr Dünger eingesetzt werden.

Pestizide töten leider nicht nur Pflanzenschädlinge. Sondern auch die Mikroorganismen und Pilznetzwerke im Boden. Mikroorganismen und Pilznetzwerke helfen der Pflanze aber resistent gegen Schädlinge zu sein. Die Pflanze wird also empfindlicher und es müssen mehr Pestizide eingesetzt werden. Außerdem töten Pestizide auch Nutzinsekten.

Ohne Mikroorganismen und Pilznetzwerke nimmt nicht nur die fruchtbare Humusschicht im Boden ab. Der Boden wird auch immer kompakter, weil diese Organismen gemeinsam mit z.B. Regenwürmern auch für die Bildung der feinporigen Hohlräume im Boden verantwortlich sind. Abgesehen davon, dass ein solcher Boden kein CO2 mehr speichert nimmt er auch Regenwasser nicht mehr gut auf und ist stärker auf Bewässerungen angewiesen. Außerdem wird die Pflanze geschwächt, weil sie in dem dichten Boden kaum tiefe Wurzeln bilden kann. 

Und wenn dann noch der Landwirt mit einem tonnenschweren, vom Dieselmotor vibrierenden Trecker über den Acker fährt oder mit einem Pflug das komplette mikroorganische Bodengefüge zerstört nimmt Katastrophe vollends ihren Lauf.

👉 🛠️ Hier Öffnen -> Lösungen und Hürden

/LoesungenHuerden

Wir benötigen dringend einen biologischen Wiederaufbau unserer Böden. Biologisch gesunde Böden:

  • speichern C02 im Boden
  • erwirtschaften hohe Erträge
    auch ohne Kunstdünger und Pestizide
  • speichern viel Wasser im Boden
    Dürreperioden lassen sich so besser durchstehen und das Überschwemmungsrisiko ganzer Landstriche bei plötzlichem Starkregen geht drastisch zurück
  • erhöhen die Biodiversität und machen das landwirtschaftliche System widerstandsfähiger
  • erhöhen die Abwehrkräfte von Pflanzen gegen Schädlinge 

Ein gesunder Boden erzeugt hochwertige Nahrungsmittel.

Es gibt heutzutage mehrere teils langjährig erprobte Methoden, wie ein zerstörter Boden biologisch wieder aufgebaut und erhalten werden kann. Allen liegen sehr ähnliche wichtige Prinzipien zugrunde:

  • Verzicht auf Kunstdünger und Pestizide
  • Drastische Reduktion der mechanischen Bodenbearbeitung. Vor allen: kein Umpflügen
  • Der Boden wird immer bedeckt gehalten mit Pflanzen. Kein blanker Ackerboden.
  • Herstellung einer möglichst großen Pflanzenvielfalt auf dem Acker. Sowohl bei Nutzpflanzen als auch Pflanzen, die den Boden zwischen den Anbauperioden bedeckt halten.
  • Wenn möglich: Integration von Tierhaltung

Wenn das so einfach wäre, warum wird das dann nicht flächendeckend in Deutschland praktiziert?
Hier eine kleine Auswahl an Gründen: 

  • Es dauert einige Zeit bis sich ein Boden wieder erholt auf den Jahrzehnte Kunstdünger und Pflanzengifte aufgetragen wurden. In dieser Erholungsphase erwirtschaftet ein Landwirt weniger Erträge. Auch wenn es sich mittelfristig lohnt, muss ein Landwirt diese Phase erst einmal finanziell durchhalten.
  • Der Kenntnisstand der meisten Landwirte über bodenbiologische Zusammenhänge ist unzureichend. Es wird in der Ausbildung nicht intensiv genug gelehrt. Ebenso ist das Wissen darüber, wie ein Boden biologisch aufgebaut wird, kaum vorhanden. 
  • Viele Bauern sind verschuldet, weil sie zum Beispiel Kredite für Ställe für Massentierhaltung aufgenommen haben. Diese Bankkredite sind an Business Pläne gebunden. Änderungen sind da kaum noch möglich.
  • Viele Flächen werden von Landwirten nur gepachtet. Auf gepachteten Flächen wird kaum jemand ein Interesse haben, sie langfristig aufzubauen. 
  • Last but not least: Wie groß ist das Interesse multinationaler Agrarkonzerne, dass in der Landwirtschaft keine Kunstdünger und Pestizide eingesetzt werden? Hier werden Milliarden Euro Umsätze erwirtschaftet. Und wie groß ist der Lobby und PR Einfluss dieser Konzerne?
👉 🔬 Hier Öffnen -> Status Quo der Mikrobiologie

/StatusQuoMikrobiologie

Die Mikrobiologie in unseren Böden ist spätestens in der Nachkriegszeit kollabiert. Vor allem Anbaumethoden wie intensives Pflügen, Düngemittel und Pestizide haben ihr den Garaus gemacht. 

In den ersten Jahrzehnten der Nachkriegszeit konnte man diese Anbaumethoden noch mit dem Unwissen über mikrobiologische Zusammenhänge im Boden entschuldigen.

Spätestens seit den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts ist es damit aber vorbei. Die Erkenntnisse über Mikrobiologie waren spätestens zu diesem Zeitpunkt schon so weit erforscht, dass alle die es wissen wollten auch wissen konnten. 

Zu den europäischen Pionieren auf dem Gebiet eines systematischen mikrobiologischen Bodenaufbaus gehörten Uta und Siegfried Lübke. Schon vor über 50 Jahren beschäftigten sie sich mit der Frage, warum einige Ökosysteme hochproduktiv sind und andere nicht. Aus ihrer Erkenntnis, dass Mikrobiologie im Boden hier eine wichtige Rolle spielt, entwickelten die beiden dann Kompostierungsmethoden, mit denen sich Mikrobiologie wieder schnell in den Boden einbringen lässt. 

Mit verbesserten (und billigeren) analytischen Methoden ließen sich in den nächsten Jahrzehnten auch die Wirkung von Mikroben im Boden genauer untersuchen (DNA Analysen waren vor 50 Jahren noch gar nicht möglich).

In den letzten 15 Jahren haben sich dann vor allem Molekularbiologen wir Dr. Elaine Ingham oder auch Dr. David Johnson hervorgetan (ihre YouTube-Videos seien an dieser Stelle wärmsten empfohlen).

Beide haben ihre Erkenntnisse auch eindrucksvoll in landwirtschaftlichen Projekten demonstriert. 

👉 📈 Hier Öffnen -> Mikroben – Historie und eindrucksvolle Fakten

/MikrobenHistorieFakten

Mikroben sind die Herrscher auf der Erde. Im Vergleich zu Ihnen sind Pflanzen und Tiere (wir Menschen eingeschlossen) nicht mehr als eine Laune der Natur. 

Mehr noch: wir leben nur, weil Mikroben den Lebensraum für uns überhaupt erst geschaffen haben.

Die Erde entstand als Klumpen im Weltall vor 4,5 Milliarden Jahre. Eine Milliarde Jahre später entwickelten sich die ersten Bakterien und vor 3 Milliarden Jahren begannen bestimmte Bakterienstämme durch ihre Stoffwechselaktivitäten die Atmosphäre mit Sauerstoff anzureichern. Mikroorganismen waren es auch die im Zusammenspiel mit Pflanzen (entstanden vor ca. 600 Millionen Jahren) den Humus, also die Grundlage unserer Ernährung, aufbauten.

Ein Vergleich hilft, diese für uns schwer fassbaren Zahlen einzuordnen. Wäre die gesamte Erdgeschichte ein Zeitraum von 12 Stunden auf einem Ziffernblatt, dann:

  • entstünden erste Mikroben um 2 Uhr
  • würden Mikroben um 5 Uhr beginnen, die Erde mit Sauerstoff anzureichern
  • Einzeller um 10 Uhr hinzu kommen und Pflanzen eine halbe Stunde später
  • erschienen die Dinosaurier gegen 11 Uhr auf dem Planeten und wären mit der Entstehung der Säugetiere um 11:30 Uhr wieder verschwunden

Erst 2 Sekunden vor Mitternacht würden die ersten „Modernen Menschen“ die betreten.

Mikroben sind hochspezialisierte Organismen und bevölkern den gesamten Erdball inklusive ihrer höher entwickelten Bewohner. Ohne das sie Ihre Wirkung entfalten, existierte kein weiteres Leben auf unserem Planten – zumindest nicht so, wie wir es derzeit kennen. 

Ein Institut in den USA hat mittlerweile über 20 Millionen verschiedene Spezies an Mikroben in seiner Datenbank. Und die Neuentdeckungen gehen permanent weiter.

Vermutlich 10.000 verschiedene Bakterienarten bevölkern den menschlichen Körper. Sie steuern unsere Verdauung, unser Immunsystem und sogar unser psychisches befinden. 

In einer Handvoll gesunden Humus befinden sich mehr Mikroben als es Menschen auf dem Planeten gibt.

Pflanzen sind in ihrer Entwicklung abhängig vom Mikrobiom in ihrer Umgebung. Mikroben versorgen Pflanzen mit Nährstoffen, Wasser und machen sie widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge. Werden Mikrororganismen im Erdreich durch Dünger, Pestizide, Pflügen oder sonstige zerstörerische landwirtschaftliche Aktivitäten vernichtet, hat das direkte negative Auswirkungen auf die Nutzpflanze.

👉 🪱 Hier Öffnen -> Mikoobiologischer Boden-Aufbau – Vorteile

/MikoobiologischerBodenAufbauVorteile

Der mikrobiologische Wiederaufbau unserer Böden ist eine der größten Herausforderungen für eine zukunftstaugliche Landwirtschaft. 

Unsere Landwirtschaft heute besteht vor allem aus Chemie und nicht aus Biologie. Ironischerweise funktioniert auch die Chemie in der Landwirtschaft nicht mehr, weil die Biologie in den Böden zerstört wurde.

Auch Böden von Biobetrieben haben übrigens eine völlig unzureichende Mikrobiologie.

Der mikrobiologische Wiederaufbau unserer Böden ist unserer Meinung nach der einzig gangbare Weg, um folgende Ziele zu erreichen:

  • hochproduktive Lebensmittelerzeugung. Mikrobiologisch intakte Böden schlagen konventionelle Methoden um Längen
  • Nahrungsmittel zu erzeugen, die wieder einen deutlich höheren Nährwert für Menschen haben. Die Nährwerte von Lebensmittel sind in den letzten Jahrzehnten dramatisch gesunken
  • eine deutliche Erhöhung der Böden Wasser zu speichern
  • Pflanzen widerstandsfähig gegen Schädlinge zu machen
  • die Speicherung von CO2 in unseren Böden

📬 Für mehr Informationen zu dem Projekt und unseren Boden-Zukunftstraining können Sie uns gerne kontaktieren. 📬


Der Ertrag pro Flächeneinheit kann deutlich gesteigert werden!

Market Gardens sind hochproduktive Einheiten für den Anbau von Gemüsen und Früchten. Der Ertrag pro Flächeneinheit übersteigt deutlich den von konventionellen bzw. normalen biologischen Anbaumethoden.

👉 🥕 Hier Öffnen -> Market Garden als zukunftsweisende Methode

/MarketGarden

Market Gardens sind aus mehreren Gründen ein zukunftsweisende Methode der Lebensmittelproduktion:

  • hoher Ertrag pro Flächeneinheit
  • Nutzung von Ökosystemdienstleistungen (= natures contributions to people)
  • Humus wird aufgebaut und Kohlenstoff (CO2) gespeichert
  • auch kleinteilige lokale Landwirtschaft ist möglich
  • hohe Produktqualität (Nährstoffe/Geschmack) und Vielfalt
  • Wissens- statt kapitalbasiert. Ideal für Gründer.
  • Skalierbar. Auch großflächig möglich
  • hoher ökologischer Nutzen für die natürliche Umgebung

In Deutschland steckt die Methode noch in den Kinderschuhen. Zwar gewinnt die Bewegung auch hier an Bedeutung und es gibt immer mehr Gründungen – die Gesamtanzahl der Betriebe und der bewirtschafteten Fläche ist allerdings immer noch sehr gering. 

Es gibt so gut wie keine systematische Forschung und Entwicklung in Deutschland. Die meisten Gründer beziehen ihr Wissen entweder aus Erfahrungen von Höfen aus dem Ausland und/oder ihr Wissen basiert auf Erfahrungen der Permakultur. 

🎯 Ziel ist es, die Forschung und Entwicklung von Market Gardens voranzubringen und diese landwirtschaftliche Methode in nennenswerter Größe in Deutschland zu etablieren.


Das Projekt Bentheimer Schweine in Weidehaltung beinhaltet vielfältige Themenbereiche, wie Tierhaltung, Umweltschutz und Produktqualität.

👉 🎯 Hier Öffnen -> Projektziel Bentheimer Schweine in Weidehaltung

/ProjektzielBentheimerSchweine

Bei diesem Projekt ging es darum die Elemente

  • Tierwohl
  • Produktqualität
  • Marketing und Vertrieb
  • Profitabilität
  • Naturschutz

miteinander zu vereinbaren.
Weiterhin sollte das Projekt so gestaltet werden, dass es als Blaupause für weitere Landwirte kopierbar ist. 

Ich würde meine Tiere je gerne besser halten, aber niemand bezahlt mir das. Wenn ich die Forderungen umsetzten würde, ginge ich bankrott.

Wer hat dieses “Killerargument” noch nicht gehört. Ähnliche klingende Argumente werden auch gegen Forderungen nach besseren Produkten oder mehr Naturschutz in der Landwirtschaft verwendet.

Das Projekt “Bentheimer Schweine” soll zeigen, dass die Elemente Tierwohl, Naturschutz und Produktqualität auf einem extrem hohen Niveau sehr wohl auch wirtschaftlich miteinander vereinbaren sind. Und damit all denjenigen Mut machen, die sich ernsthaft um Verbesserungen bei der Nutztierhaltung bemühen.

Es gilt der generelle Grundsatz:

Die Haltungsform wird den Bedürfnissen der Tiere angepasst. Und nicht umgekehrt.

👉 🐖 Hier Öffnen -> Umsetzung der Weidehaltung mit Naturschutz und Fokus auf Qualität

/ProblemeRinderhaltung

Auf folgende Punkte wird geachtet:

  • die Bentheimer Schweine werden das ganze Jahr draußen gehalten
  • die Tiere leben ab ihrer Geburt in sozialen Gruppen
  • jede Gruppe von ca. 15-20 Tiere hat mehrere eigene Weiden zur Verfügung.
    Jede Weide hat ungefähr die Größe eines Fußballfeldes
  • eigene Züchtung und Aufzucht der Ferkel
  • die Deckung der Sauen erfolgt über eine Eber
    (keine künstliche Besamung)
  • die Ferkel bleiben nach der Geburt mehrere Monate bei den Sauen

In diesem Feld wurde umgesetzt:

  • auf den Weiden wurde regionales Saatgut (ca. 40 verschiedene Sorten) ausgebracht.
    Um die Artenvielfalt zu erhöhen und Insekten zusätzlichen Lebensraum zu bieten
  • ungenutzte Weiden werden nicht gemäht oder gemulcht.
    Dadurch können Pflanzen hoch aufwachsen, blühen und bieten Nahrung/Lebensraum
  • zwischen die Weiden wurden zusätzlich Hochstamm Streuobstbäume gepflanzt.
    Streuobstbäume sind ein Paradies für Insekten und Vögel
  • Pflanzen- und Insektengifte sind tabu

Für eine hervorragende Qualität sollte auf folgende Punkte geachtet werden:

  • die Tiere werden bei einem Hausschlachter geschlachtet
  • Von erfahrenen Mitarbeiter, die vernünftig bezahlt werden
  • der Transport dauert ungefähr 20 Minuten
  • das gesamte Tier wird zu Fleisch und Wurst verarbeitet
  • die Würste werden nicht künstlich mit Wasser gestreckt
  • wir verwenden für die Würste nur erstklassige Gewürze und Natursalz
    Kein Zucker, kein Nitritpökelsalz, keine Farbstoffe

Rinder sto

Das Konzept funktioniert. Unsere Anforderungen an Tierhaltung, Umweltschutz und Produktqualität sind wirtschaftlich miteinander vereinbar.

👉 💡 Hier Öffnen -> Projekt-Erkenntnisse

/ProjektErkenntnisse

Die Tierhaltung basiert auf landwirtschaftlichem Wissen statt auf Kapital. Für die Haltung der Tiere ist es notwendig, sich mit Tierbedürfnissen auseinanderzusetzen, Tiere genau zu beobachten und auf ihr Verhalten einzugehen. Das gilt sowohl für die Zucht als auch für die Aufzucht der Tiere.

Schlachtung und Verarbeitung der Tiere ist ein kritischer Faktor. Für die Vermarktung des Fleisches und der Wurst ist es notwendig, dass eine hochwertige Verarbeitung stattfindet. Kleine und mittlere Produzenten benötigen dafür einen Hausschlachter. Leider leben wir in einer Zeit, in der die Anzahl der Hausschlachter drastisch zurückgeht.

Der Aufwand für Marketing und Vertrieb ist nicht zu unterschätzen. Die gute Nachricht ist, dass es mehr als ausreichend Nachfrage nach Produkten aus dieser Art der Haltung und Verarbeitung gibt. Dennoch: ohne professionelles Marketing und ohne einen gut strukturierten Vertrieb wird man die Zielgruppe nicht erreichen. Geschweige denn ausreichend hohe Verkaufspreise erzielen, damit das Projekt wirtschaftlich ist.

Als grobe Richtlinie gilt, dass mindestens der gleiche Aufwand, der für die Haltung der Tiere anfällt, auch für Marketing und Vertrieb aufgewendet werden muss. Das gilt sowohl für den Einsatz von Kapital als auch Personal (= Zeitaufwand).

Ca. 3 Monate Tragzeit der Sau und zusätzlich ca. 1 Jahr Mastzeit. Erst danach kommt die Vermarktung und der Verkaufserlös. Die Verkaufs-/Produktionsplanung ist bei diesem Konzept länger als bei einer normalen (Bio) Schweinehaltung. Belohnt wird man dafür mit einer erheblich besseren Produktqualität des Fleisches und der Wurstwaren.

📬 Für mehr Informationen zu dem Projekt können Sie uns gerne kontaktieren. 📬

👉 ▶️ Hier Öffnen -> Video der Bentheimer Schweine

/VideoBentheimerSchweine


Grasland sollte im Sinne des Weidemanagements ganzheitlich betrachtet werden.

Die Bedeutung von Grünland für Ökosysteme wird immer noch stark unterschätzt.
Die derzeitige Nutzung von Grünland in der Landwirtschaft schöpft die darin enthaltenen Potentiale nicht annähernd aus. 

👉 🌾 Hier Öffnen -> Holistisches Weidemanagement – Ziele der Demonstrationsfläche

/HolistischesWeidemanagement

Seit Mitte Mai 2019 weiden auf einer Fläche von ca. 10 Hektar Zweinutzungsrinder auf dem Haidehof. Schon nach einem guten halben Jahr des holistischen Weidungmanagements (Holistic Planned Grazing) zeigen sich die ersten Erfolge in Bezug auf verbessertes Graswachstum (erhöhte Produktivität). 

Durch intelligentes Management des Graslandes soll gezeigt werden, dass im Vergleich zu normal bewirtschaftetem Grünland auf der Fläche:

  • die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren bedeutend zunimmt. Sowohl oberhalb der Erde als auch in der Erde.
  • der Kohlenstoffgehalt im Boden ständig zunimmt, d.h. die Fläche bindet das Klimagas.
  • der Boden eine deutlich erhöhte Wasserspeicherkapazität aufweist
  • Humus aufgebaut wird
  • das Gras-/Heu eine höhere Qualität aufweist
  • der Gras-/Heuertrag wesentlich höher ist

Die Fläche wird dadurch zu einer in Deutschland einzigartigen Demonstrationsfläche für Beweidung.

🔬 Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt vom Institut für Ecosystems Functioning & Services der Leuphana Universität Lüneburg.


Rinder stehen oft im Fokus der Klimadebatte – vor allem wegen ihres Methanausstoßes. Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich: Die Klimabilanz hängt stark davon ab, wie sie gehalten und gefüttert werden.

👉 🐄 Hier Öffnen -> Allgemeine Probleme der Rinderhaltung

/ProblemeRinderhaltung

Rinder stoßen durch ihre Verdauung eine Vielzahl an klimaschädlichen Gasen aus. Vor allem Methan, ein Treibhausgas das ca. 25 mal so schädlich ist wie Kohlendioxid.

Rinder haben von Natur aus einen genialen Organismus. Sie sind als Wiederkäuer in der Lage, mageres Gras in hochwertiges Fleisch umzuwandeln bzw. proteinreiche Milch daraus herzustellen. Rinder, die auf Weiden gehalten und nur mit Gras/Heu gefüttert werden, haben vermutlich sogar eine positive Klimabilanz. Sie sorgen durch ihre Ausscheidungen und das Grasen dadurch, dass sich auf Weiden Humus bildet und das Grasflächen erhalten bleiben. Die großen humusreichen Grasländer der Welt (z.B. Great Plains in Nordamerika) sind durch Weidetiere entstanden. Humus und Graslandschaften binden eine enorme Menge Kohlendioxid im Boden.

Die übliche Rinderfütterung erfolgt heute allerdings nicht mit Gras/Heu sondern durch Kraftfutter (z.B. Soja, Mais). Kraftfutter sorgt bei Milchkühen für eine hohe Milchleistung und bei Fleischrinder für schnelles Muskelwachstum. Selbst Rinder, die für die Produktion hochwertigen Fleisches über Monate auf Weiden gehalten werden, werden in den letzten Monaten vor der Schlachtung intensiv mit Kraftfutter gemästet.

Durch die Fütterung mit Kraftfutter entfällt nicht nur der Humus-/Graslandeffekt. Der Anbau des Kraftfutters verursacht zusätzlich Kohlendioxid z.B. durch Stickstoffdüngung. Außerdem kann der Rinderorganismus die Nährwerte des Kraftfutters nur teilweise verwerten. Ein signifikanter Teil davon wird einfach wieder ausgeschieden. Die Klimabilanz ist verheerend. Ganz abgesehen davon, dass das für sie unnatürliche Kraftfutter auch den Organismus der Rinder stark belastet.

👉 ⚙️ Hier Öffnen -> Spezialisierungsprobleme der Rinderhaltung

/SpezialisierungsproblemeRinderhaltung

Unsere üblichen Rinderrassen sind alle so gezüchtet worden, dass sie Kraftfutter in „Milch- oder Fleischleistung“ umsetzen können. Diese Hochleistungsrassen erbringen so gut wie keinen Ertrag mehr, wenn sie nur noch artgerecht mit Gras gefüttert werden.

Die Spezialisierung der Rassen auf Milchleistung oder Fleischansatz bedeutet im Umkehrschluss, dass hochgezüchtete Milchviehrassen auch bei intensiver Mast so gut wie kein Fleisch ansetzen. Und Fleischrassen nur wenig Milch geben. Das stellt vor allem Milchbauern vor ein großes ethisches Problem.

Damit eine Kuh Milch gibt, muss sie ein mal im Jahr ein Kalb gebären. Sonst versiegt der Milchfluss. In der Praxis hat ein Milchbauer dadurch einen ständigen Überfluss an Kälbern. Zum einen braucht er nicht so viele weibliche Kälber, wie geboren werden, um seine (weibliche) Milchkuhherde zu erneuern. Zum anderen sind 50% der geborenen Kälber männlich und damit für ihn nutzlos.

Zur Mast eignen sie sich auch nicht, weil Milchviehrassen kaum Fleisch ansetzen. Es gibt Ländern, in denen Milchviehbauern männliche geborene Kälber gleich nach der Geburt töten dürfen. In der EU ist dies verboten. Bei uns werden Kälber oft in brutaler Hochleistungsmast in Ställen kurz gemästet – damit sie zumindest noch ein bisschen Fleisch ansetzen. Ihr Fleisch wird dann als Kalbfleisch verkauft.

Der Bio Landwirt und Milchviehhalter Hans Möller hat viele wesentliche Probleme der Rinderhaltung mit einem eigenen Konzept gelöst.

👉 🔍 Hier Öffnen -> Detail-Umsetzung beim Bio-Landwirt

/DetailUmsetzung

Seine Milchviehherde besteht ausschließlich aus einer Zweinutzungsrasse (Deutsches Schwarzbuntes Niederungsrind). Die Milchleistung von Zweinutzungsrassen ist zwar geringer als die von Hochleistungsrassen. Dafür hat die Milch eine bessere Qualität und die Rassen setzen auch Fleisch an.

Die Tiere leben das ganze Jahr auf der Weide. Sie sind dafür robust genug.

Deutsche Schwarzbunte Niederungsrinder können ausschließlich mit Gras und Heu gefüttert werden. Der Einsatz von Kraftfutter ist nicht notwendig. Das hat nicht nur gravierende positive Auswirkungen auf die Klimabilanz. Die artgerechte Ernährung ist auch bedeutend gesünder für die Tiere.

Die Tiere leben das ganze Jahr auf der Weide. Sie sind dafür robust genug.

Alle Kälber werden auf dem Hof aufgezogen und das Fleisch wird vermarktet. Die männlichen Kälber werden nicht kastriert.

Kälber bleiben lange bei ihren Müttern. Ungefähr 3 Monate können sie am Euter der Mutter trinken. Normalerweise trennen Milchbauern die Kälber früh von den Müttern. Die Kälber bekommen (billigere) Ersatznahrung und die Milch der Mütter kann verkauft werden. Kuh und Kalb leiden stark unter einer frühen Trennung.

Die Milch wird in einer eigenen Molkerei verarbeitet und vermarktet.

👉 💡 Hier Öffnen -> Projekt-Erkenntnisse

/ProjektErkenntnisse

Eine der größten Herausforderungen ist die Vermarktung der Milch. Zweinutzungsrinder ist geben weniger Milch als spezialisierte Milchrassen. Hinzu kommt, dass die muttergebundene Haltung der Kälber über mehrere Monate die vermarktbare Milchmenge reduziert. Ausgeglichen werden muss diese über einen höheren Milchpreis.

Die Kombination Haltungsbedingungen, Fütterung und Rinderasse sorgen für eine außergewöhnliche Qualität der Milch. Eine solche Premiummilch lässt sich nicht über die normalen Molkereibetriebe zu einem angemessenen Preis vermarkten. Eigene, innovativere Vertriebswege sind dafür nötig. Die Milch von Hans Möller wird über die eigene Marke „De Öko Melkburen“ vermarktet.

Auch bei der Fleischvermarktung sind eigene Wege notwendig. Im Gegensatz zur allgemeinen Auffassung – und leider auch Abrechnungssystemen von Schlachthöfen – liefern Zweinutzungsrinder ein sehr gutes Fleisch. Die Muskelfasern der Tiere sind bedeutend feiner als die von Fleischrindern und der Geschmack ist intensiv. Das Fleisch entspricht allerdings nicht den normalen Sehgewohnheiten von Konsumenten. Hier ist viel Aufklärung notwendig.

Außerdem muss das Fleisch bei der Reifung anders behandelt werden als normales Rindfleisch. Der Zugang und die enge Kooperation mit einem guten Hausschlachter ist Gold wert.

Wie bei allen innovativen Projekten muss ein erhöhter Aufwand für Marketing und Vertrieb eingeplant werden. Sei es ein Direktvertrieb oder die Zusammenarbeit mit einem eigenen Vertriebspartner. Auf jeden Fall sind kreative Lösungen notwendig.

📬 Für mehr Informationen zu dem Projekt können Sie uns gerne kontaktieren. 📬


 📬 Melden Sie sich gerne bei uns mit Fragen oder Ideen zu weiteren Projekten per Email unter: post@oewa.org 📬 


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